Aigüestortes: Kataloniens Nationalpark der Seen
Granitgipfel, Hunderte Bergseen und eine Hüttenrunde mit dem schönsten Namen der Pyrenäen: Carros de Foc.

Der Parc Nacional d’Aigüestortes i Estany de Sant Maurici ist der einzige Nationalpark Kataloniens – und einer der schönsten der Pyrenäen. Granitgipfel, Wälder aus Bergkiefern und Hunderte Seen, die hier estanys heißen, liegen auf engem Raum zusammen. Der Name verrät das Markenzeichen: aigües tortes, „gewundene Wasser“ – Bäche, die sich in Schleifen durch flache Hochtäler ziehen.
Zwei Eingänge
Der Park hat zwei Seiten, die man meist getrennt besucht:
- Osten – Espot: Von hier geht es zum Estany de Sant Maurici, über dem die beiden Zacken der Encantats aufragen – das Postkartenmotiv des Parks.
- Westen – Vall de Boí: Von hier erreicht man die Ebene von Aigüestortes mit ihren mäandernden Bächen. Im Tal stehen außerdem die romanischen Kirchen des Vall de Boí, die zum UNESCO-Welterbe gehören.
Private Autos dürfen nicht in den Park hinein. Von Espot und Boí fahren Geländewagen-Taxis bis an die Seen, alternativ geht man zu Fuß.
Wanderungen für einen Tag
- Rund um den Estany de Sant Maurici: gemütlich, mit Blick auf die Encantats.
- Hinauf zum Estany de Ratera und zum Aussichtspunkt über dem Sant-Maurici-See – ein Klassiker mit überschaubarem Anstieg.
- Ebene von Aigüestortes auf der Westseite: flach, ideal für Familien und für Fotos am Morgen, wenn Nebel über dem Wasser liegt.
Carros de Foc
Wer mehr Zeit hat, kann den Park auf der Carros de Foc umrunden – einer Hüttentour, die neun Berghütten miteinander verbindet. Die meisten gehen sie in mehreren Tagen, von Hütte zu Hütte, mit Übernachtungen über 2.000 Metern. Die Etappen führen über Pässe, an Seen vorbei und durch Blockfelder. Die Hütten sind im Sommer gefragt, deshalb frühzeitig reservieren.
Für Palmera ist das ein Kandidat für eine eigene Serie – eine Etappe pro Beitrag.
Wann hinfahren
- Juni bis Oktober ist die beste Zeit. Bis in den Juni hinein liegt in höheren Lagen oft noch Schnee.
- Im Hochsommer bilden sich nachmittags häufig Gewitter – früh starten und mittags nicht auf exponierten Graten sein.
- Im Herbst färben sich Lärchen und Buchen, und es wird ruhiger.
Anreise von Barcelona
Mit dem Auto sind es nach Espot gut dreieinhalb bis vier Stunden. Mit Bus und Taxi geht es auch, braucht aber Planung.
Und nachts?
Die Täler gehören zu den dunkelsten Orten Kataloniens. Wer auf einer Hütte übernachtet, sollte vor dem Schlafengehen noch einmal hinausgehen – mehr dazu in Dunkle Orte rund um Barcelona.