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Die Palmen der Indianos

Warum an der grünen Nordküste Spaniens überall Palmen stehen – und was sie über Auswanderung und Rückkehr erzählen.

Palme vor blauem Himmel

Wer durch Kantabrien oder Asturien fährt, erwartet grüne Wiesen, Kühe und Nebel – und entdeckt plötzlich hohe Palmen vor alten Herrenhäusern. Das ist kein Zufall, sondern ein Stück Migrationsgeschichte.

Wer waren die Indianos?

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wanderten viele junge Menschen aus dem armen Norden Spaniens nach Amerika aus, vor allem nach Kuba, Mexiko und Argentinien. Einige von ihnen kamen wohlhabend zurück. In ihrer Heimat nannte man sie Indianos.

Die Palme als Statussymbol

Die Rückkehrer bauten oft auffällige Häuser im Kolonialstil, mit Veranden, bunten Fassaden und großen Gärten. Und fast immer gehörte eine Palme dazu. Sie war ein sichtbares Zeichen: Hier wohnt jemand, der es in Amerika geschafft hat.

Dank des milden atlantischen Klimas gedeihen die Palmen an der Küste erstaunlich gut. Viele der Bäume sind über hundert Jahre alt und prägen bis heute das Ortsbild.

Wo man sie findet

Besonders viele Indiano-Häuser mit Palmen stehen in den Küstenorten zwischen Santander und der asturischen Grenze, etwa rund um Comillas und San Vicente de la Barquera. Ein Spaziergang mit offenen Augen genügt – sobald man das Muster kennt, sieht man es überall.

Für diesen Blog war das übrigens die Inspiration für den Namen: Palmera.