Die Perseiden planen
Der verlässlichste Sternschnuppen-Regen des Jahres: wann, wo und wie man ihn sieht – und fotografiert.

Jeden August stellen sich überall Menschen auf Wiesen und Dachterrassen und schauen nach oben. Die Perseiden sind der bekannteste Meteorstrom des Jahres – und einer der dankbarsten, weil sie in warmen Sommernächten fallen.
Woher die Sternschnuppen kommen
Die Erde durchquert jedes Jahr um diese Zeit die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die winzigen Teilchen treffen mit hoher Geschwindigkeit auf die Atmosphäre und verglühen. Weil alle Spuren scheinbar aus einem Punkt im Sternbild Perseus kommen – dem Radianten –, tragen sie seinen Namen.
Wann man schauen sollte
- Aktiv sind die Perseiden etwa von Mitte Juli bis Ende August.
- Das Maximum liegt um den 12. und 13. August. Unter idealen Bedingungen sind dann bis zu rund hundert Meteore pro Stunde möglich – in der Praxis sieht man meist deutlich weniger, aber immer noch genug.
- Am besten ist die zweite Nachthälfte: Der Radiant steht dann höher am Himmel, und man blickt sozusagen „nach vorne“ in die Flugrichtung der Erde.
Der Mond entscheidet mit
Ein heller Mond schluckt die schwachen Meteore. Vor der Planung lohnt sich ein Blick auf das Nachthimmel-Widget auf der Startseite: Steht der Mond Mitte August nahe am Vollmond, sind die frühen Morgenstunden nach Monduntergang oft die beste Zeit.
Wo man schauen sollte
So dunkel wie möglich – Stadtlicht ist der größte Gegner. Einige Ideen in der Nähe von Barcelona stehen im Beitrag Dunkle Orte rund um Barcelona. Ein freier Blick nach Nordosten ist gut, aber nicht nötig: Meteore erscheinen überall am Himmel.
Ohne Kamera
- Liegen statt stehen – eine Isomatte oder ein Liegestuhl rettet den Nacken.
- 20 Minuten warten, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, und in dieser Zeit nicht aufs Handy schauen.
- Warme Kleidung mitnehmen. Auch Augustnächte werden auf dem Land kühl.
Mit Kamera
Meteore zu fotografieren ist vor allem ein Geduldsspiel:
- Weitwinkel (14–24 mm) und die größte Blende, die scharf genug ist.
- Die Kamera nicht direkt auf den Radianten richten, sondern etwa 40–60° daneben – dort sind die Spuren länger.
- Digital: hohe ISO, Belichtungen von 15–25 Sekunden, und dann mit einem Intervallauslöser stundenlang Bild an Bild reihen. Am Ende sind ein paar Treffer dabei.
- Auf Film: lichtstarken Film einlegen, im Bulb-Modus mehrere Minuten belichten und hoffen. Die Sterne ziehen dabei zu Strichspuren – ein Meteor kreuzt sie als heller, gerader Strich. Mehr dazu im Beitrag Die Milchstraße auf Film.
Und dann: Kamera laufen lassen, hinlegen, schauen. Die schönsten Perseiden landen sowieso nicht auf dem Sensor.