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Chapada Diamantina

Tafelberge, blaue Höhlenseen und Wasserfälle in Canyons – eine Runde durch das Herz von Bahia.

Blick vom Morro do Pai Inácio in der Dämmerung, in der Mitte der Morro do Camelo

Ein Gebirge mitten in Bahia

Die Chapada Diamantina liegt im Inneren des Bundesstaats Bahia, mehrere hundert Kilometer westlich von Salvador. Tafelberge, Canyons, Flüsse mit kupferfarbenem Wasser – gefärbt von Gerbstoffen aus der Vegetation – und Höhlen prägen die Landschaft. Ein großer Teil steht seit 1985 als Nationalpark unter Schutz. Der Name erinnert an den Diamantenrausch des 19. Jahrhunderts, dem Orte wie Lençóis ihre bunten Kolonialhäuser verdanken.

Die Region ist groß: Zwischen den Zielen im Norden und im Süden liegen Stunden auf teils unbefestigten Straßen. Ich habe sie deshalb in drei Teile gegliedert.

Der Norden: Tafelberge und eine blaue Grotte

Morro do Pai Inácio

Der bekannteste Aussichtspunkt der Chapada: ein Tafelberg bei Palmeiras, rund 1.120 Meter hoch, mit einem kurzen, steilen Aufstieg. Oben öffnet sich der Blick über die Ebenen und die anderen morros – darunter der Morro do Camelo, dessen Umriss tatsächlich aussieht wie ein liegendes Kamel. Am vollsten – und am schönsten – ist es zum Sonnenuntergang. Der Name geht auf eine Legende über einen Mann namens Inácio zurück, der von hier oben gesprungen sein soll.

Ganz so einfach war es bei uns nicht. Beim ersten Versuch war das Wetter so schlecht, dass die Parkwächter uns gar nicht erst hinaufgelassen haben. Und auch als es dann klappte, spielte der Himmel nicht ganz mit: Meine Drohne hatte mit dem starken Wind zu kämpfen, und dunkle Regenwolken schoben sich vor die Sonne und verschluckten sie. Noch vor dem eigentlichen Sonnenuntergang wurde es schnell dunkel.

Drohnenblick auf das Plateau des Morro do Pai Inácio mit Funkmast unter Wolken

Fazenda Pratinha und Gruta Azul

Auf dem Gelände der Fazenda Pratinha bei Iraquara fließt der glasklare Rio Pratinha aus einer Höhle. Man kann im Fluss schnorcheln und sich treiben lassen (flutuação). Gleich daneben liegt die Gruta Azul: Am Nachmittag fällt Sonnenlicht durch eine Öffnung und lässt das Wasser in der Grotte leuchtend blau erscheinen.

Die Mitte: Wasser in Rot und Blau

Cachoeira do Mosquito

Ein Wasserfall, dessen Wasser über dunkle, rötliche Felsen in ein Becken fällt – typisch für die Farben der Chapada.

Poço Azul

Eine Höhle mit tiefblauem, extrem klarem Wasser bei Nova Redenção. Hier darf man – mit Schwimmweste – im Wasser schnorcheln und über der Tiefe schweben. In bestimmten Monaten fällt um die Mittagszeit ein Sonnenstrahl ins Wasser.

Höhle des Poço Azul mit türkisblauem Wasser und einfallendem Licht

Poço Encantado

Der vielleicht berühmteste Höhlensee der Chapada, bei Itaetê. Das Wasser ist so klar, dass man den Grund in vielen Metern Tiefe sieht. Etwa von April bis September fällt am Vormittag ein Lichtstrahl durch eine Felsöffnung und taucht den See in ein intensives Blau. Baden ist hier zum Schutz des Sees nicht erlaubt – man schaut nur.

Der Süden: Canyons um Ibicoara

Cachoeira do Buracão

Ein Wasserfall von rund 85 Metern, der in einen engen Canyon stürzt. Das letzte Stück legt man schwimmend durch die Schlucht zurück, mit Schwimmweste – bis man direkt vor dem fallenden Wasser treibt. Der Besuch ist nur mit lokalem Guide möglich.

Cachoeira da Fumacinha

Die „kleine Fumaça“ ist eine der anspruchsvollsten Touren der Chapada: ein langer Tag durch ein Flussbett, über Felsblöcke und durch einen Canyon, der immer enger wird, bis am Ende der Wasserfall in einer Felsspalte steht. Nur mit Guide und guter Kondition.

Praktisches

  • Guides: Für viele Ziele – etwa Buracão und Fumacinha – sind lokale Guides vorgeschrieben, für andere sinnvoll.
  • Eintritt: Viele Orte liegen auf privaten Fazendas und kosten Eintritt.
  • Unterwegs: Ohne Auto oder organisierte Touren ist die Region schwer zu erkunden.
  • Fotografie: Höhlen sind dunkel, Canyons nass – eine wasserdichte Hülle für Kamera oder Handy und lichtstarker Film bzw. hohe ISO lohnen sich.